Mittlerweile hüllt der Herbst unsere Welt schon ganz deutlich ein. Was vor ein oder zwei Wochen noch ein bisschen goldener Morgendunst war, war gestern schon ein ganztägiges, graues Erlebnis. Regensburg hat ja aufgrund der Donaunähe überdurchschnittlich viel Nebeltage. Ich liebe dieses behütete Gefühl des Eingehüllt seins. Zumindest bis Ende Januar… Danach geht mir dann auch langsam die Geduld aus und ich sehne die Frühlingssonne herbei. In letzter Zeit kam mir dabei ganz oft ein Buch aus meiner eigenen Kindheit in den Sinn. Es stand bei meiner Kinderärztin im Regal und ich las oft darin. „Frederick“ von Leo Lionni. Die Botschaft darin finde ich gerade so passend. 5 Feldmäuse – 4 davon sammeln Vorräte für den Winter. Frederick scheinbar nicht. Darauf angesprochen entgegnet er, dass er auch für den Winter sammelt:
Sonnenstrahlen, wenn der Wintertage kalt und kurz sind; Farben, denn der Winter ist oft grau und trist; Wörter, denn in der langen Winterszeit weiß man sich irgendwann nichts mehr zu sagen.
Und so versuche auch ich, nun für den Winter zu sammeln was mich nährt.