Das ist ein Satz, der kürzlich über mich gesagt wurde. Und obwohl es mir eigentlich egal sein sollte überlege ich tatsächlich immer mal wieder, ob es das ist, was „man“ von mir denkt. Weil es in meiner Wahrnehmung so gar nicht stimmt. Der Bau einer Trommel ist immer etwas Besonderes, immer unplanbar, grundsätzlich bestimmt die Trommel selbst, wann sie gebaut werden will. Und nicht nur einmal stand ich dann vor der Herausforderung, dass ich ja noch nichteinmal den Rahmen dafür geschliffen und geölt habe.
Die Trommel vom Foto ist ein gutes Beispiel. Begonnen zum letzten Neumond, also einen Tag vor Jul. Aus einem Prozess heraus, in dem viel Schmerz lag – scheinbar in der Dunkelheit geboren. Sie war wunderschön mit einer ganz besonderen Bindung, doch die Spannung hat nicht gepasst und es war klar, dass ich irgendwann noch einmal (fast) von vorne beginnen werde. Gedanklich eher in weiter Ferne. Doch vorgestern rief sie ganz laut nach Vollendung. Und nachdem mich diese Haut ganz intensiv durch die Rauhnächte begleitet hatte, wurde sie nun doch noch zur Trommel. Genau am folgenden Vollmond wie ich hinterher feststellen durfte. Völlig unforciert. Diesmal nicht nur mit der dunklen Schnur vom ersten Versuch sondern mit einer ganz Hellen. Als ob die Trommel nicht nur den Schatten des ersten Bindens sondern auch noch ganz viel Licht in sich vereinen wollte.
Tja, nun sitze ich da mit meinen vom Ziehen und Spannen geschundenen Fingern und bin stolz auf jede einzelne offene Blase, fühle mich mit der Trommel verbunden und freue mich darauf mit ihr zu spielen und zu arbeiten.